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Hoffen auf eine olympische Medaille

Hallo zusammen,

hattet Ihr auch ein so wunderschönes Wochenende? Ich habe mich am Samstag mit meiner liebsten Freundin getroffen, das war supergemütlich, mal ohne Männer und Kinder, wie die Niederländer sagen würden, haben wir „gezellig“ beisammen gesessen, ein Käffchen genossen, gequasselt und gestrickt.

Am Sonntag war hier hammerschönes Wetter, welches natürlich zu Outdoor-Aktivitäten genutzt werden musste. Wann sind wir in den letzten Wochen mal in den Genuss von Sonne gekommen? Gefühlt gar nicht, also auch real viel zu wenig. Ich habe mir den Hund sowie den liebsten meiner Ehemänner geschnappt und wir sind eine große Runde gelaufen in der Sonne – hach, das tat mal wieder gut. Ich konnte förmlich spüren, wie die gute Laune mit den warmen Sonnenstrahlen bei jedem Schritt durch den Körper und die Seele waberte! Genuss pur! Schaut selbst!

Unterwegs zum See, den man im Hintergrund schon sehen kann, bei strahlendem Sonnenschein durch die Felder, fernab von Straßenverkehr und Lärm:

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Auch am See hatte das Wetter deutlich mehr von Frühling als von Winter! Und ich freue mich jetzt schon total drauf, wenn die Bäume wieder Laub tragen und nicht mehr so kahl anzusehen sind!

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Neben den Enten waren auch Frau und Herr Faserspielerei nebst familieneigenem Hund am See anzutreffen.

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Fazit: Nicht nur große Ereignisse, auch kleine Spaziergänger werfen ihre Schatten voraus!

 

Tuch „Danse Macabre“ von Boo Knits

Im letzten Beitrag habe ich ja noch davon berichtet, dass ich mein Danse Macabre Tuch fast fertig habe und mich quasi auf der Ziellinie befinde für die ravellenic Games 2018. Auch wenn ich sonst kaum Fernseh schaue, Sonntag Abend ist Tatort-Zeit, fest reserviert, Störungen nur in dringenden Notfällen erlaubt, und so habe ich abends mit den Ermittlern mitfiebernd den dritten Abend in Folge an der Abkettkante des Tuches gesessen. Puh, eine absolute Geduldsprobe, ehrlich. Gestrickt war das Tuch so schnell, und dann das… Picots, kleine Kringelchen, sollte ich nun stricken. Soweit gar nicht schlimm, dachte ich zuerst und habe mich an die Arbeit gemacht.

*pfffff* Ganz schnell war ich dann ernüchtert. Man rechne kurz selbst nach. Ungefähr 1.000 Maschen auf der Nadel. Ausgehend von der letzten Masche nimmt man erst ein paar Maschen zu (in meinem Fall 3), dann nimmt man die doppelte Anzahl von Maschen ab – und zwar die eben aufgenommen mit einem unelastischen Abkett-Stich, die nächsten 3 dann mit einem elastischen Abkett-Stich. Ich hatte mir die Maschen schön mit Maschenmarkierern in Mustersätze eingeteilt, jeder meiner Mustersätze umfasste 31 Maschen und das Abketten eines Mustersatzes dauerte ca. 20 – 25 Minuten. *örks* Wenn man wie ich meist nur am Abend zum Stricken kommt, ist die Strickzeit eben doch begrenzt – Familie, Haushalt, Hund, diverse andere Verpflichtungen wollen schließlich auch erledigt und versorgt sein. Tja, und dann dauert es eben drei Abende, bis so eine lange Maschenreihe abgekettet ist. Was war ich also froh, dass ich noch vor dem Ende des Tatorts ein „Fertig!“ in die heimische Fernsehrunde werfen konnte!

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Danse Macabre von Boo Knits auf Tausendschön Lace (Merino), Färbung Vilyarine

Doch damit war ich ja leider noch nicht wirklich fertig… Kommt so ein (Lace-)Tuch von den Nadeln, ist es ein eher unförmiges Gebilde. Im Fall des obigen Danse Macabre ist es – dank des dünnen Fädchens, mit dem gestrickt wird – eine Handvoll knitteriges, mit Perlen versetzes Etwas. Der hier beheimatete Ehemann würdigte es also auch nur skeptischen Blickes und rang sich ein höfliches „schön geworden“ ab.

Um das Tuch nun in die gewünschte Form und Größe zu bringen, ist zuerst ein warmes Entspannungsbad notwendig, heißt, das Tuch darf in lauwarmem Wasser mit ein wenig Wollwaschmittel schön durchweichen. Die Feuchtigkeit wird danach mit Handtüchern weitestgehend herausgedrückt und das noch leicht feuchte Tuch wird dann auf einer Spannmatte in Form gebracht. Bei mir ist die Spannmatte eine handelsübliche Yoga-Matte, die ich auch beim Sport benutze und auf dieser wird dann das jeweilige Tuch mit Hilfe von Spannstäben oder Stecknadeln oder auch einer Kombination aus beidem in Form gebracht. So darf es dann in Ruhe trocknen. Naja, zumindest in der Theorie, denn unsere Hündin liebt es, sich auf noch restfeuchten Tüchern zur Ruhe zu begeben – was wiederum bedeutet, dass ich vor dem Fotografieren entweder gefühlte Milliarden störrischer Hundehaare aus dem Gestrick zupfen darf oder damit beschäftigt bin, den Hund vom trocknenden Tuch fernzuhalten. Je nach Größe des Tuches brauche ich auch mal zwei Spannmatten und dann geht im Gästezimmer unseres Hauses, das ich dafür gerne nutze, die Tür nicht mehr zu – zur großen Freude des Hundes, die sich ja wie gesagt, gerne mal zum Schläfchen auf ein trocknendes Tuch zurückzieht.

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Auf der Spannmatte: Danse Macabre von Boo Knits auf Tausendschön Lace (Merino), Färbung Vilyarine

Nachdem ich mir die Anleitung angesehen hatte, bei der die Designerin ja auch erklärt hat, wie man das Tuch nach dem Stricken noch gut in Form spannen kann, war schnell klar: Jeder einzelne der oben erwähnten drölfzig Milliarden Picots braucht zwingend ein eigenes Nädelchen beim Spannen. Mit meinen Spannstäben, die für gerade Kanten supergenial sind, weil sie enorm Zeit sparen und für glatte Kanten sorgen, brauche ich also hier nicht antreten. Auch wenn Mathematik nicht immer mein Glanzfach in der Schule war, Rechenaufgaben kann ich doch zumindest grob überschlagen – und auch, wenn ich knapp kalkuliere, meine hier vorhandenen Stecknadeln würden nie und nimmer ausreichen, um das Tuch in Form zu spannen. Kurzerhand habe ich mir also zusätzliche Nadeln im Internet bestellt – dumm nur, dass die irgendwo bei der Post  verschütt gegangen und bis heute nicht hier eingetrudelt sind. *seufz* Also musste ich ja mit dem vorhandenen Material auskommen, ob es mir nun passt oder nicht.

Gestern Abend habe ich also unsere Yogamatten in Position gebracht, um das Tuch in Form zu bringen, damit es beim heutigen Foto-Shooting überzeugen kann. Knochenarbeit, ehrlich! Ich habe über eine Stunde auf dem Fußboden verbracht und das eine oder andere mal laut geschimpft geflucht. Gut, dass Mann und Sohn anderweitig beschäftigt waren, denn das, was ich so von mir gegeben habe, war nicht immer wirklich salonfähig. Zum einen biete ich nicht unbedingt einen sehenswerten Anblick auf dem Fußboden. Ich bin ja eher der Typ „grazil wie ein Nilpferd“ und das hatte sicherlich den ein oder anderen Anklang an „im Matsch suhlen“, was ich da abgeliefert habe. Sich mit den Nadeln immer wieder in die Finger zu pieksen, macht auch nicht dauerhaft Spaß, ehrlich gesagt. Des weiteren geht das auf den Knien hocken schnell in Knieschmerzen über und zum anderen schmerzt irgendwann auch der Rücken, was ebenfalls mit der einen oder anderen nicht ganz freundlichen Bemerkung kommentiert wird. Gymnastische Einlagen inklusive, wenn man versucht, das hinterste Zipfelchen noch einmal in Form zu zupfen, ohne auf das Tuch zu treten, irgendwas zu verschieben und ähnliche Katastrophen zu verursachen. Kennt Ihr noch das Spiel Twister, das wir früher immer gerne gespielt haben? Ich war gestern ganz froh drum, dass ich diese Spielerfahrungen sammeln durfte, denn gelegentlich kam ich mir wirklich vor wie damals… nur war ich damals eben mindestens 30 Jahre jünger und entsprechend beweglicher…

Flüche kamen dann auch in großer Anzahl über meine Lippen, als ich bemerkte, dass ich wirklich die allerletzte meiner Stecknadeln mit farbigen Köpfen verarbeitet hatte. Gut, dass mein Haushalt mit einer großen Anzahl von Nähnadeln versorgt ist, so dass ich diese auch noch ins Rennen bzw. auf die Yogamatten werfen konnte. Spät am Abend bin ich dann mit geschundenen Muskeln und löchrigen Fingern ins Bett gewankt, um heute Morgen freudig festzustellen, das Tuch ist trocken und kann zum Fotoshooting herhalten. Tja, ebenso wie gestern Abend waren dann ein paar Twister-Einlagen fällig, um alle Nadeln wieder aus den Picots zu zupfen. Ob ich wirklich alle Nähnadeln wieder eingesammelt habe, wird die nächste Sportstunde zeigen… Stecknadeln mit Köpfen verschwinden wenigstens nicht ungesehen in der Yogamatte, bei Nähnadeln kann man sich ja nie sicher sein. Sollten meine künftigen Freeletics-Übungen mit Schmerzenschreien, blutenden Wunden und Schimpftiraden verbunden sein, habe ich eben nicht alle Nadeln erwischt. Ich sollte meine KollegInnen im Sportverein vorwarnen, scheint mir…

 

Trotzdem finde ich, es hat sich definitiv gelohnt! Blut, Schweiß und Tränen waren damit doch sinnvoll (?) investiert. Ich bin megastolz auf mein neuestes Tuch, zum einen natürlich, weil es – meiner subjektiven Meinung nach – wunderschön geworden ist. Zum anderen aber, weil ich es endlich geschafft habe, aus dieser wirklich dünnen Wolle auch etwas Vernünftiges zu stricken. Wenn ich an all die vorherigen Versuche denke, bei denen Fäden gerissen und andere Katastrophen aufgetreten sind, dann bin ich wirklich noch immer überrascht und erstaunt, dass hier wirklich nichts schief gelaufen ist, sondern einfach nur ein entspanntes Stricken möglich war. Vielleicht muss man im Leben doch ein bestimmtes Alter erreichen, um manche Dinge zuwege zu bringen? Gut, alt genug bin ich nun, mal schauen, was ich als nächstes auf die Reihe kriege, was bisher nicht funktioniert hat. Vernünftig werden? Ich halte Euch auf dem Laufenden!

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Danse Macabre von Boo Knits auf Tausendschön Merino Lace „Vilyarine“

Ich warte jetzt weiter hibbelig darauf, ob mein Tuch einen Medaillenrang bei den ravellenic Games gewinnen wird und wünsche Euch einen schönen, entspannten Abend!

Bis bald,

Claudia

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Ein Kommentar zu „Hoffen auf eine olympische Medaille

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