2017 · Geschenkideen · Nähen

Kalender- / Buchhülle

Hallo zusammen,

ich bin ja noch ein wenig old-school, das gebe ich gerne zu. Ich habe meine Termin-Organisation im letzten Jahrtausend noch per Kalender gelernt und für mich perfektioniert. Als ich damals meine Ausbildung begonnen habe, gab es wirklich noch keine Computer, Blackberries, Smartphones oder Tablets. Heute kaum vorstellbar, aber ich habe wirklich noch mit Papier, Kugelschreiber, Kalender, Schreibmaschine etc. hantiert. Aber da reden wir nun lieber nicht drüber, sonst wird mir wieder bewusst, wie alt ich wirklich schon bin…

Natürlich habe ich heutzutage auch ein Smartphone, natürlich habe ich auch ein Tablet und einen PC (logisch, sonst würde ich nicht diesen Blog betreiben), natürlich lese ich auch e-Books. Aber irgendwie hat Papier und dazu noch schön gebundenes Papier doch eine entsprechende Faszination für mich. Ich gehöre zu den Leuten, die in ihre Bücher niemals hineinschreiben, sondern Notizen auf separaten Zetteln anfertigen. Daher liebe ich auch Kalender nach wie vor sehr. Ich blättere sehr gerne darin herum und finde, dass ich damit eine deutlich bessere Übersicht über Termine etc. habe, als das auf dem Smartphone der Fall ist.

Schwer begeistert hat mich daher auch der Trend mit den Bullet Journals. Man nehme ein tolles Notizbuch mit Blankopapier und gestalte sich seinen Kalender selbst nach den eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen. Herrlich! Ich gebe auch gerne zu, ich habe es zwei Monate selbst versucht. Gescheitert bin ich schlussendlich daran, dass ich gerne ein auch optisch schön gestaltetes Bullet Journal haben möchte, künstlerisch gesehen jedoch nie das Kindergartenalter erreicht habe. *hüstel* Meine zeichnerischen Fähigkeiten bewegen sich irgendwo im Kleinkindalter, und damit ist optisch schön gestaltet für mich ein Wunschtraum, von dem ich mich meilenweit entfernt befinde. Hmpf. Auch zeitlich gesehen ist ein Bullet Journal für mich kaum realisierbar. Ich habe so viel tagtäglich um die Ohren mit Familie, Haushalt, Hund, Garten, sozialem Engagement, Sport, Sprachkurs, Lernen, Arbeiten, und ein paar anderen Dingen, dass ich nicht weiß, wo ich die Zeit hernehmen soll, die ich benötige, um ein halbwegs ansprechendes Bullet Journal anzufertigen.

Vor einigen Wochen kamen dann ja die ersten Kalender in die Geschäfte und in einem Schreibwarengeschäft in der nahe gelegenen Kreisstadt bin ich auf einen Familien-Planer gestoßen, der für mich und meine Bedürfnisse fast schon ideal ist. Neben der Möglichkeit, Termine für verschiedene Familienmitglieder separat aufzuzeichnen, bietet er unerschiedliche, vorgestaltete Listen, Monatsübersichten und so weiter. Das Angenehmste: Er geht über eineinhalb Jahre, also von Juli 2017 bis Dezember 2018. Herrlich! Preislich war er schon im höheren Bereich angesiedelt, aber auf den Zeitraum von eineinhalb Jahren gesehen, ging auch der Preis. Der Family-Planer durfte also mit mir nach Hause kommen.

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Optisch finde ich den Kalendereinband nun nicht unbedingt ansprechend, aber nunja, egal. Allerdings trage ich den Kalender auch oft mit mir herum und was mich eindeutig stört, ist, dass er nach der kurzen Zeit schon angestoßene Ecken hat und – wen wundert es bei meinen Riesen-Handtaschen und dem ganzen Sammelsurium darin – eben auch schon Kratzer auf dem Umschlag. Eigentlich kein Drama, ist ein Kalender nun mal ein Gebrauchsobjekt, aber mich stört es. Und da ich gerade ja gerne an der Nähmaschine sitze, habe ich kurzerhand beschlossen, mir eine Buchhülle für den Kalender zu nähen.

Gabriele vom Blog Conga-Bären veröffentlicht seit Jahren tolle Videos mit Nähanleitungen, die auch für Anfänger gut nachzuarbeiten sind. Bei ihr hatte ich vor langer Zeit mal die Anleitung für eine Buchhülle gesehen, sie hat auch ein Video dazu gemacht und erklärt darin sehr genau und ausführlich, wie man die Buchhülle individualisieren und für sein eigenes Buch anpassen kann.

Bei Eliza vom Blog DIY-Mode hat auch sehr empfehlenswerte Anleitungsvideos. In einem ihrer Videos zeigt sie, wie sie eine Hülle für einen Collegeblock näht und diesen mit verschiedenen Fächern sowie einem Stifte-Etui versieht. Dieses Video könnt Ihr hier ansehen .

Ich habe kurzerhand beschlossen, die beiden Anleitungen irgendwie zu  kombinieren und bin mit dem Ergebnis fast zufrieden. Stoff habe ich in meiner Kiste auch eigentlich genug. Wer mich kennt, weiß, dass für mich an pink kein Weg vorbei geht. Da ich in den vergangenen Wochen aber immer wieder Stoffreste in rosa und pink verarbeitet habe, war ich mir nicht sicher, ob ich wirklich noch genug pinkfarbene Stoffe für mein Projekt haben würde. Bevor mich das den Schlaf kosten würde, habe ich gestern Abend vor dem Schlafengehen mal meine größten pinkfarbenen Stoffe angesehen und konnte danach ganz beruhigt ins Bett gehen und auch die Nacht durchschlafen. Es war noch genug übrig!

Das Vermessen meines Kalenders und das Errechnen der benötigten Stoffzuschnitte war dank Gabriele kein Problem. Auch ein Stifte-Täschchen anbringen konnte ich dank Eliza ohne Schwierigkeiten. Gehapert hat es nur daran, dass ich null (und ich meine wirklich null) räumliches Vorstellungsvermögen besitze. Nachdem ich mein Stifte-Täschchen auf dem Außenstoff platziert hatte, hat es gerade noch dafür gereicht, zu überlegen, wo oben und wo unten bei der Hülle ist und ob ich den Außenstoff so herum aufgelegt habe, dass die Öffnung des Täschchens in die richtige Richtung zeigt.

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Dass nun die Schließe auf die Rückseite des Kalenders geht, dafür reichte mein Vorstellungsvermögen nicht mehr. Das habe ich leider erst bemerkt, als ich die Hülle fertig genäht, gewendet und verschlossen hatte. Merke also: Stifte-Etui immer auf der gegenüberliegenden Seite der Schließe platzieren! Natürlich hatte ich von Anfang an beabsichtigt, die Schließe auf dem Rücken des Kalenders zu platzieren. Mit einem zusätzlichen Stifte-Etui auf der Vorderseite hatte ich Bedenken, dass die Kalenderhülle zu bunt und überladen aussehen könnte, wenn jetzt auch noch die Schließe auf die Oberseite der Hülle kommt. Außerdem verleiht das meiner Kalenderhülle ein wenig individualistischen Touch. Oder? Ich meine, Schließe auf der Vorderseite – pffff, das kann doch jeder! Und wenn ich demnächst wieder irgendwo sitze, wo ganz viele Menschen eine selbstgenähte pinkfarbene Kalenderhülle haben, die genau so aussieht wie meine – mit der Schließe auf dem Buchrücken kann ich meinen Kalender sofort identifizieren, ohne fremde Kalender aufschlagen und in anderer Leute Terminen herumschnüffeln zu müssen. Ha! Eigentlich bin ich schon ein echtes Cleverle! *lautlosprust*

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Modifiziert habe ich die Anleitung von Gabriele dahingehend, dass ich die Innenklappen der Buchhülle deulich schmaler gemacht habe als sie. In den meisten Anleitungen zu Buchhüllen liest man, dass die Innenklappe (der helle rosa Stoff mit den großen Punkten) 2/3 der Buchbreite haben soll. Näht man eine Hülle für ein Buch mit Softcover oder einen Collegeblock, der ja auch einen flexibleren Einband hat, macht das vielleicht Sinn. Mein Kalender jedenfalls hat ein wirkliches Hartcover und das wollte ich nicht knicken oder verbiegen müssen, um es in die Laschen hineinstecken zu können. Außerdem ist mein Kalender ein halbes mobiles Büro und neben Notizzetteln und Klebezetteln und Markierfähnchen befinden sich darin schon mal Dokumente, die ich von A nach B transportiere, kopieren gehen möchte etc. Die stecke ich gerne in den Umschlag ein, so dass sie noch sichtbar sind, aber dennoch nicht verloren gehen.

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Heute Abend ist Vorstandssitzung vom Förderverein. Da werde ich meine neue Kalenderhülle zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentieren und auf Alltagstauglichkeit testen.

Sollte das gut klappen, dann habe ich gleich schon die nächste Hülle im Kopf. Mein Collegeblock für den Niederländisch-Kurs benötigt sicher auch dringend eine Hülle. Aktuell habe ich ihn mit zusammen mit den Lehrbüchern in einer Sammelbox für Schulhefte verstaut. Mal abgesehen davon, dass diese Sammelbox bald aus den Nähten platzt, kullern die Kugelschreiber immer wieder raus, weil ich die Box nicht mehr schließen kann. Eine weitere Buchhülle für den Collegeblock, dieses Mal mit der Schließe auf der richtigen Seite und einem Stifte-Täschchen auf dem Cover, könnte da doch prima Abhilfe schaffen! Pinkfarbene Stoffe habe ich nun nicht mehr, aber nach blau oder orange könnte ich mal auf die Suche gehen.

Habt einen angenehmen Tag!

Claudia

 

 

 

 

 

 

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